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Etwas mehr als 340 Gäste haben auf der Alp Weissenstein eingecheckt

«Ufpasse Mami, ned das ines Mongiloch (Murmeltierbau) ine stohsch» Mit dem Kleinen auf dem Rücken und dem Grossen an der Hand, machen wir uns auf den Weg, die Rinder hoch auf den Berg zu treiben.

In Etappen sind die rund 340 Tiere bei uns auf der Alp eingetroffen. Lkw für Lkw sind Mutterkühe mit Kälbern, Rindern, Pferden und Schafe zu uns auf die Alp geliefert worden. Da viele der unteren Weiden an der Passstrasse liegen, konnte der Lkw direkt bis zur Weide fahren. Was uns die Alpauffahrt enorm erleichtert hat. Jetzt geht es langsam mit jeder Herde weiter hoch Richtung Berg. Der tiefste Punkt der Alp liegt auf 1930 m.ü.M und er höchste auf gut 2’600 m.ü.M.

Immer wieder den Tränen nah, als sich die Alp endlich mit all den Tieren füllt und leben auf die Weide kommt.

Wenn immer es geht und es nicht zu gefährlich ist, begleitet unser Grosser seinen Dädi beim Rinder treiben, zäunen oder beim Umsiedeln der Mutter- und Milchschafe. Es macht mich unglaublich stolz zu sehen, wie gut er mit seinen 4.5 Jahren sich auf der Alp eingelebt hat und die Arbeiten draussen mit den Tieren erledigt. Er ist voll in seinem Element und macht unglaubliche Fortschritte in der Kommunikation mit den fremden Bauern und Besuchern. Plus freut es mich zu sehen, wie positiv er sich entwickelt und kleinere Probleme im Alltag selbst löst. Im gleichen Moment wie ich mich freue, wie wir als Familie es lieben, in der Landwirtschaft zu arbeiten. Habe ich zugleich bereits grosse Sorge um den Herzschmerz im Herbst. Wenn alle Tiere und auch wir wieder zurück ins Tal fahren ohne Landwirtschaftsbetrieb.

Roman ist immer mit dabei, wenn es darum geht, die Tiere von einer Weide zur nächsten zu treiben.

Aber jetzt freuen wir uns zuerst an der Arbeit, die anfällt. Und das ist nicht wenig. Die Küche läuft seit einer Woche auf Hochtouren. Viele Personen vom Strickhof, Familienmitglieder, Freunde aber auch Bauern und Lkw Chauffeure haben uns diese Woche besucht. Den Respekt vor vielen hungrigen Mäuler habe ich mittlerweile verloren und das Kochen für mehr als 10 Personen fällt mir erstaunlich leicht. Liegt vielleicht auch daran, dass wir eine volle Vorratskammer und Tiefkühler haben. So bin ich jederzeit für Besuch gerüstet.

Der Pflanzenbauversuch mit der Hochbegrünung, mit dem Forschungsziel besser Saatmischungen zu gewinnen für die Renaturierung der Alpen schreitet weiter voran. Die einzelnen Saatbeete sind ausgesteckt und in den nächsten Tagen werden die Samen der verschiedenen Pflanzen gegeneinander gesät und geprüft, welche Pflanzen sich auf der Alp durchsetzen können und welche nicht. Sind wir weiter gespannt.

Bevor es für die knapp 200 Schafe auf die Alpweiden geht, müssen alle durchs Klauenbad, damit die Klauen die nächsten Monate gesund bleiben.

Mit dem Herdenschutz beginnen wir heute. Die Schafe sind alle gestern angekommen. Heute Donnerstag, 16. Juni 2022 haben wir die rund 200 Tiere mit grösseren und kleineren Herausforderungen auf die Weide rund um den Weissenstein getrieben. Die Überquerung des Baches mit so vielen Schafen hat dann doch länger gedauert als gedacht. Aber mit viel Ruhe und Geduld haben alle Tiere den richtigen Weg gefunden und werden heute Abend das erste Mal in den Nachtzaun getrieben. Mal schauen, wie lange wir haben werden. Die Schafweide wurde von Carina unserer Hirtin bewusst auf einer Parzelle aufgebaut, in welcher viele Wachholderstauden und Sträucher vorhanden sind. Mit der Motorsense und der Heckenschere hat sich mehrere Tage Schneisen in die Sträucher geschnitten, um die Zäune aufstellen zu können. Damit in ein paar Jahren sich wieder schöne Alpweiden bilden und die Sträucher zurückgedrängt werden können. Mit dem Ziel die Bewaldung zu verhindern.

Schritt für Schritt werden wir alle Freunde.

Die Arbeitsverteilung läuft mittlerweile fast von allein und wir sind ein richtig gutes Alp Team geworden. Es macht Spass, dass jetzt auch Carina unsere Hirtin hier ist und die Hunde Pino, Led und Glen. An manchen Tagen sehen wir uns nicht einmal zum Essen, sondern jeder isst auf seiner Seite des Berges, um Wanderzeit zu sparen. Umso mehr schätzen wir dann die Abende, wo wir früh Feierabend haben und zusammen gemütlich im Garten ein Feierabendbier trinken können. Es gibt viel zu erzählen, da wir uns alle ja erst seit knapp drei Wochen kennen. Mehr dazu im nächsten Beitrag.

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